Bücher

Vom Untergang

Ein so packendes wie bedrückendes Sittenbild der Weimarer Republik

 

Oswald Spengler, nach seinem Erfolgsbuch Der Untergang des Abendlandes in rechtskonservativen Kreisen hochgeschätzt, ist 1922 auf dem Weg nach Oberbayern zu Forstrat Escherich, dem Gründer einer republikfeindlichen Einwohnerwehr, um ihm einen geheimen Plan zur Lenkung der nationalen Presse zu unterbreiten. Auch der Fürther Spiegelfabrikant Gumbrecht lässt sich leicht gewinnen. Dabei kommt es ihm gar nicht in den Sinn, seine Sekretärin Fräulein Hierer, die sich zu einer Affäre mit ihm hat hinreißen lassen, könnte kompromittierende Briefe nicht nur schnell und zuverlässig abtippen, sondern auch Kopien beiseiteschaffen und dem Plan so gefährlich werden.
Doch Emma Hierer ist die Tochter des gestandenen Anarchosyndikalisten Fritz Oerter. Ihr langjähriger Freund, der Sozialdemokrat Max Schmidttill. Eines Nachts wird er von Rechtsnationalen getötet.

Lebenslinien

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Leonhard F. Seidl

 

Während Namen wie Emma Goldman, Gustav Landauer, Ernst Toller, Rudolf Rocker und Erich Mühsam für die anarchistische Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt sind, ist Fritz Oerter noch immer unentdeckt. Der fränkische Anarcho-Syndikalist stand mit den genannten Zeitgenoss:innen im Austausch, ist für das Vertreten seiner Ansichten im Gefängnis gewesen, wurde von Nationalsozialisten gefoltert und ist infolgedessen 1935 in Fürth gestorben. Trotz der vielen Widrigkeiten ordnet er in diesen hinterlassenen Lebenserinnerungen die verschiedenen Abschnitte seines Lebens ruhig aneinander und schreibt liebevoll über seine Freund:innen (etwa die oben genannten), seine lithografische Ausbildung und die Beziehung zu seiner Partnerin Nanni – wie er es auch über herrschaftslosen Sozialismus tut.

Das literarisch anspruchsvolle historische Dokument verschafft einen Einblick sowohl in seine Lebensrealität als auch in eine wenig bekannte deutsche Geschichte. Der Herausgeber Leonhard F. Seidl knüpft an das Ende von Oerters Aufzeichnungen an und beschreibt – unter Rückgriff auf zahlreiche Briefe und die Tagebücher Oerters – dessen weiteres Leben in den 1920er- und 1930er-Jahren.

Tatort

Bayerischer

Wald

Herausgegeben von Leonhard F. Seidl

 

10 Kurzkrimis mit Schauplätzen u. a. in Passau, Deggendorf, Cham, Zwiesel, Straubing, Neuschönau, in Tschechien und am Großen Arbersee

Dass im Bayerischen Wald nicht nur die Bäume qualvoll sterben, beweisen nicht zuletzt die zehn in diesem Band versammelten Kurzkrimis.
Die Geschichten von Tanja Kinkel, Leonhard F. Seidl, Tessa Korber, Roland Spranger, Friederike Schmöe, Elmar Tannert, Tommie Goerz, Andi Thamm, Leonhard M. Seidl und Martin von Arndt vereinen dabei regionalen Charme, Humor und natürlich jede Menge Spannung aufs Vergnüglichste – ein packender Band für alle Einheimischen, Zugereisten und Urlauber.

Erscheint am 30.04.2022

 

„Ich ging in die Wälder …“

Auf den Spuren von Henry David Thoreau im Nationalpark Bayerischer Wald
Herausgegeben von WaldZeit e.V.

Mit dem Essay

„Kopfunter am Himmel laufen“

von Leonhard F. Seidl

 

Fünf Tage allein in der Wildnis, das Zuhause eine kleine Hütte. Auf den Spuren des berühmten Aussteigers Henry David Thoreau haben zwölf Künstlerinnen und Künstler eine Woche in einer Hütte im Nationalpark Bayerischer Wald verbracht. Ihre Erfahrungen haben sie in Texten und Werken festgehalten.

 

 

Der falsche Schah

„Ein Schelmenroman, bei dem einem das Lachen im Hals steckenbleibt, ein fränkisch-bayerisch erzähltes Münchhausen-Märchen mit scharfen Wahrheiten nicht nur über persische und deutsche Geschichte.“

Tanja Kinkel

„Absolut lesenswert … Als feinsinniger Beobachter komponiert Seidl ein dichtes Werk, das auf jeder Seite intelligente und dennoch kurzweilige Lesefreude verspricht.“

Andrea Müller, rotour, 09/20

Aus dem Leben eines Hochstaplers

Wir schreiben das Jahr 1967, Rothenburg ob derTauber fiebert dem Besuch des Schahs von Persien und von Farah Diba, seiner Kaiserin auf dem Pfauenthron, entgegen.

Was keiner weiß: Auch Bartholomäus König, seines Zeichens Schuldirektor mit schauspielerischer Hochbegabung und tief sitzender Abneigung gegen Ordnung und Autorität, kann es kaum erwarten, die Bühne zu betreten.
Am großen Tag hält ein umjubelter Schah seine Rede auf dem
Balkon des mittelalterlichen Rathauses – während ein zweiter
Mann in der geschlossenen Psychiatrie im Bezirkskrankenhaus
Ansbach tobt und im Wechsel Flüche auf Farsi und Englisch
ausstößt …

Um zu erzählen, wie es dazu kam, muss unser Held Bartholomäus etwas weiter ausholen, genau genommen bis zu seiner abenteuerlichen Geburt am 26. Oktober des Jahres 1919, als es in Bayern in den Nachwehen von Krieg und Revolution immer noch brodelt und seine Mutter beim Schwammerlsuchen von sehr realen Wehen überrascht wird. Mit dem hochwohlgeborenen Schah teilt sich König seitdem nicht nur den Geburtstag, er ist dem persischen Herrscher in allem schier unglaublich ähnlich. Trotzdem müssen fast 50 furiose, an Merkwürdigkeiten nicht arme Jahre vergehen, bis die beiden sich endlich gegenüberstehen.

„Der falsche Schah“ ist ein bayerischer Schelmenroman, eine
Parabel über Schein und Sein und die Kraft der Suggestion.

 

NOMINIERT FÜR DEN
CRIME COLOGNE AWARD 2018

Fronten

»LEONHARD F. SEIDL … SCHREIBT EXTREM GUT RECHERCHIERTE, POLITISCHE KRIMIS.«

Jana Volkmann, Der Freitag, 09.11.2017
Das ganze Portrait ist hier zu lesen.

 

Ein bosnischer Waffensammler läuft Amok, ein »Reichsbürger« sinnt auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten – ein Kriminalroman nach einem wahren Fall.
Die kurdische Ärztin Roja Özen ist vorbildlich integriert in der oberbayerischen Kleinstadt Auffing. Doch dann erschießt der Bosnier Ayyub Zlatar, als Kind aus Srebrenica geflohen, auf der Wache drei Polizisten – und verschont die anwesende Roja. Alles sieht nach einem Anschlag des IS aus. Roja wird als Komplizin verdächtigt, verliert Patienten, Mann und Freunde. Markus Keilhofer, aufgewachsen bei seinen Großeltern, fanatischen »Reichsbürgern«, will Muslime für das Blutbad büßen lassen. Als er bewaffnet in eine Moschee stürmt, stellt Roja sich ihm in den Weg …

Geschickt verknüpft Seidl die Lebenswege der drei Protagonisten miteinander, die in einem packenden Finale aufeinandertreffen. Ein hochaktueller Kriminalroman über Rassismus und Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst und über den Mut, sich dem entgegenzustellen.
Fronten ist inspiriert von einem wahren Fall aus dem Jahr 1988. Im oberbayerischen Dorfen erschoss ein Mann aus Jugoslawien drei Polizisten, was eine Welle fremdenfeindlicher Reaktionen auslöste. Bis heute hält das Landratsamt Erding Schriftstücke über den Fall unter Verschluss.

Herausgegeben vom Turmschreiber Abenberg 2020 Leonhard F. Seidl

Tatort Fränkisches Seenland

„Neun Kurzkrimis sorgen für spannende Sommerunterhaltung …

Leonhard F. Seidl … hat der Anthologie den „Drachen“ auf dem Oberschenkel einer Gräfin beigesteuert. Das ist kein klassischer Regionalkrimi … und es ist eine wahres Vergnügen für den Leser, … in die Worte Seidls einzutauchen.“

 Andrea Müller, rotour-Magazin, August 2020.

 

Das Fränkische Seenland birgt viele Geheimnisse zwischen
seinen tiefen Wäldern, schilfumrankten Gewässern und den
alten Gemäuern der romantischen Städte. Die renommierten Autorinnen und Autoren Friederike Schmöe, Horst Eckert, Martin von Arndt, Pauline Füg, Tommie Goerz, Roland Spranger, Tessa Korber, Thomas Kastura und Leonhard F. Seidl schicken in diesem Band ihre besten Ermittlerinnen und Ermittler literarisch auf die Spur des Verbrechens und zeigen die beliebte touristische Region von ihrer spannendsten Seite. Die Schauplätze der Krimis: Grosser und kleiner Brombachsee, Altmühlsee, Rothsee, Igelsbachsee, Hahnenkammsee, Dennenloher See, Wolframseschenbach und Abenberg.

Mit dem Essay

„Kinder, Kinder, über alles!“

Von Leonhard f. Seidl

 

KINDER KRIEGEN Reproduktion Reloaded

Nautilus Flugschrift

 

 

Kaum ein anderes Ereignis ist für ein Menschenleben so sehr mit Rollenzuschreibungen und Körperlichkeit verbunden wie das Kinderkriegen. Doch was bedeutet Kinderkriegen jenseits romantischer Vorstellungen von Familienplanung und Kreißsaalglück? Technische und gesellschaftliche Entwicklungen stellen die Konstruktionen unseres Miteinanders auf den Kopf, der menschliche Körper, als sexuelle und reproduktive Einheit, wird neu definiert. Doch zugleich wirken alte Muster fort: Ungewollt Schwangere stehen noch immer massiv unter Druck, Eltern, vor allem Mütter, werden mit Beginn der Schwangerschaft auf Rollenbilder zurückgeworfen, die sie längst überwunden glaubten. Immer wieder stellen sich dieselben Fragen: Was ist »normal«, was ist in Ordnung? Und welche Macht hat der Blick der anderen? Was heißt es, ein Kind zu verlieren, und was, wenn niemand die eigene Trauer versteht? Wie umgehen mit einer neoliberalen Arbeitswelt, in der Elternschaft nicht vorgesehen ist? Wie viel Raum bietet die Gesellschaft behinderten Menschen mit Kinderwunsch? Was macht Migration, was Rassismus mit der Beziehung zwischen Eltern und Kind? Gehen wir als Gesellschaft zu sehr auf Kinder ein – oder zu wenig? 26 essayistische Erfahrungsberichte werfen Schlaglichter auf aktuelle Fragen rund um Reproduktion und geben wichtige Denkanstöße für dieses zentrale Thema unserer Gesellschaft.

„Spannend!“
Schrot & Korn

Viecher

“ … Seidl (hat) erheblich mehr gewagt, als nur einen unterhaltsamen Krimi-Plot in oberbayerischer Landschaft.“

 Süddeutschen Zeitung

 

Stumme Schreie
Eine Anthologie der Schreibwerkstatt „Beschriebene Blätter“ in der JVA Ebrach
Engelsdorfer Verlag 2006
vergriffe 

 

„Kein Film, kein Hörspiel
kann so viel Lebendigkeit entfalten
wie dieser Schreibstil.“

Fürther Nachrichten

Genagelt

“ … Seidl (hat) erheblich mehr gewagt, als nur einen unterhaltsamen Krimi-Plot in oberbayerischer Landschaft.“

 Süddeutschen Zeitung

 

 

„Seidls in der Zeit geschickt hin und her springender Roman legt schockierende Strukturen offen, die in der Bundesrepublik noch immer vorherrschen und die man selten in einer solchen Klarheit formuliert gelesen hat …“ 

Süddeutsche Zeitung zur Neuauflage 2022

Rezension vom 23. August 2022 hier lesen.

„Schnell, spannend, glaubhaft“
Süddeutsche Zeitung

Rezension vom 22.  Juli 2015 hier lesen.

 

 

 

Planen Sie eine Lesung?

Planen Sie eine Schreibwerkstatt?

Autor kontaktieren